In den heutigen Tagen, von der Corona-Krise dominiert, haben viele Menschen mehr denn je zuvor ANGST vor…

Arbeitsplatzverlust….

Krankheiten…

sozialen Isolation…

Heute ist es umso wichtiger, daß wir alle in dieser Zeit einen klaren Kopf bewahren, um mit dieser Angst gut umgehen zu können und uns darauf fokussieren, wie wir zuversichtlich, Angstfrei und gestärkt aus dieser Krise herausgehen können.

Als Arzt, Neurowissenschaftler mit langjähriger Erfahrung in der Immunologie und Motivationsexperte beschäftige ich mich z.Z. intensiv mit Fragen, die viele Menschen an mich richten, wie z.B.:

  • Welche Probleme bei welchen Prozessen kann ich jetzt aufarbeiten und neu justieren?
    • Wie kann ich mich in dieser Situation mental & körperlich fit halten?
    • Wie kann ich mein Immunsystem stärken und mich gesund ernähren?
    • Wie kann man mentales fitness zu Hause trainieren?

Ich kann diese Verunsicherung ganz gut verstehen, denn das, was wir im Moment erleben, ist für viele eine neue Situation.

Auf einer Seite ist es so, als wenn wir in unserer „Videokamera in unserem Kopf auf die Pause-Taste  gedrückt hätte. Auf der andere Seite scheint das Leben für viele nicht so planbar wie es früher war.

Meine erste Empfehlung gegen dieses Gefühl der Machtlosigkeit und der verminderten Selbstkontrolle ist einfach:

Eigene Verantwortung zeigen …oder anders gesagt: DU BIST DER BOSS IN DEINEM LEBEN !

Und morgen nach dem Aufwachen, wenn du bisher gewohnt warst, nur „Informationen zu den Corona-Toten zu konsumieren“, um dann den ganzen Tag in eine Lethargie zu verfallen, jogge ab morgen erstmal eine Runde im Park – auch beim kalten Wetter – und überlege dir zuerst dabei, was du in deinem Einflussbereich machen kannst, um das Beste aus dieser Situation zu machen.

Ich weiß es…“alles sieht so absurd aus„….“alles, bis auf die Geschäfte und andere Lokalen, ist fast wie früher und doch ist das Leben anders„. Es ist diese kognitive Dissonanz, die uns auch, neben dem Gefühl der Machtlosigkeit, das Leben im Moment schwer macht.

Meine zweite Empfehlung:

Betrachte diese Situation wie eine große Welle, die auf dich zukommt…und anstatt gegen sie zu kämpfen…halte die Luft ein und tauche durch sie durch…

Also es ist Zeit zum Innenhalten, wie im Winter. Denk daran…“In der Musik sind das Wichtigste die Pausen„. Im Leben ist es genauso….

Eine andere Frage ist oft:

Halten Dich auch in diesen Krisenzeiten quälende Ängste und Sorgen davon ab, das Leben Deiner Träume zu führen?

Ich möchte zuerst eine kurze Geschichte aus meiner Familie erzählen…nach dem zweiten Weltkrieg wanderte mein Großvater väterlicher Seite aus einem kleinen toskanischen Dorf – Barga in der Toskana – nach Boston aus, um wie viele italienische Auswanderer – einen Job in USA zu finden. Jeden Monat schicket er immer einen kleinen Teil von seinem schmalen Gehalt als Kellner seiner Frau in Italien, die Mutter meines Vaters, damit sie meinen Vater und seinen Bruder, ernähren konnte. Für viele Jahre lebte er in sehr prekären Lebensverhältnissen, aber er schrieb immer Briefe an seine Frau und an seinen Söhnen voller Liebe, Poesie und Lebenswesenheit. Dann eines Tages bekam mein Vater den Brief, in dem erfuhr, daß er zurück nach Italien zurückkommen wollte…und das einige Monate vor seinem Tod. Er lebte mit uns und ich als 4-jähriger ging oft mit ihm im Park von Viareggio spazieren. Ich kann mich nicht genau an allen seinen Worten erinnern, aber er war immer höflich, optimist und ruhig…ich glaube, er wollte mir mit seinem Verhalten zeigen, daß, wenn man im Leben ein wichtiges Ziel vor den Augen hat, kann man es trotz widrigen Umständen erreichen: und sein wichtigstes Ziel war es, seine Familie aus dem Verhungern zu retten…Heute würde man sagen, daß er durch seine Jahre im Ausland resilient, widerstandsfähig geworden war….

Zurück zu deiner Frage….Diese Weltpandemie triggert in jedem von uns ein Verhalten aus, welches unser Leben eigentlich ständig begleitet,,.

…unser Kopf malt sich die schlimmsten Katastrophenzenarien aus…

…man ist oft angespannt, man kann schlecht abschalten und man fühlt sich zunehmend durch Ängste und Sorgen belastet.

Das ist normal, denn wir als Menschen müssen die Fähigkeit haben, sofort zu erkennen, daß etwas in unserer Umgebung da ist, was unsere Existenz droht, um uns davon zu schützen. Und die Evolution hat uns zunehmend mit einer Art „Alarmanlage“ ausgestattet, die immer besser mit allen Sinnen registriert, was da draußen nicht in Ordnung ist. Und der Körper reagiert auf 3 verschiedene Art und Weisen …in dem wir entweder…

“stehen bleiben (Starre)…

kämpfen…oder

fluchten….

In gesellschaftlichen normierten Systemen, so wie wir in unserer modernen zivilisierten Gesellschaft kennen, ist das Kämpfen nicht nur sozial inakzeptabel aber auch unklug. Also stehen den Menschen in Krisensituationen das „Stehen bleiben“ und „das Fluchten“ zur Verfügung…Und beide korrelieren mit einem enormen Streß. Und es ist bekannt, daß wenn wir im Streß sind sehen wir die Dinge aus einer engen Perspektive, da wir im Survival modus sind…..

Und so passiert in diesen Tagen daß statt Deine Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen, fokussierst Du nur noch auf Bedrohungen und Gefahren.

Das führt dazu, dass Du Dich mehr und mehr zurückziehst und Dein Lebensradius sich zunehmend einschränkt. Wenn Ängste und Sorgen das Leben übernehmen, leiden Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit massiv.

Als Arzt und FLOW Coach berate ich seit vielen Jahren Manager und Selbständiger , die von quälende Ängsten und Sorgen geplagt sind. Und diese sind dabei das mit Abstand die häufigsten Probleme.

Immer wieder heißt es:

  • „Ich möchte meine Ängste überwinden!“
  • „Wie schaffe ich es, mir weniger Sorgen zu machen?“
  • „Was kann ich tun, um mein Gedankenkarussell zu stoppen?“
  • „Ich würde so gerne xx tun, aber meine Ängste stehen mir im Weg!“

Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Angststörungen in Deutschland die häufigste psychische Störung überhaupt darstellen (noch vor Depressionen).

Und von allein wird es nicht besser.

Viel häufiger wird die Lage brenzliger: Weitere Ängste gesellen sich hinzu. Auch Depressionen, Zwänge oder Abhängigkeiten können die Folge sein, weil das Wohlbefinden zunehmend leidet und die Situation immer unerträglicher wird.

 Was also kann man tun, um das Ruder wieder herumzureißen?

Ich habe mich auf die Suche nach einer langfristigen Lösung gemacht und dabei eine wesentliche Erkenntnis gewonnen:

Strategien und Methoden gegen Ängste und Sorgen sind das Eine. Gleichzeitig gilt es aber immer an der Wurzel des Problems zu arbeiten.

Denn Ängste und Sorgen kommen nicht aus Jux und Dollerei in unser Leben. Es gibt einen Grund, warum sie da sind und das bedeutet, dass unsere aktuellen Einstellungen, Gewohnheiten oder Lebensumstände nicht ideal sind. Irgendetwas läuft nicht ganz rund und diese Ursache(n) gilt es zu beseitigen.

Und das ist möglich, denn Ängste und auch die Gewohnheit, sich Sorgen zu machen, sind erlernt. Wir haben sie uns über die Jahre angeeignet. Diese Erfahrungen und Gewohnheiten gilt es nun zu korrigieren.

Chronische Angst ist ein antrainiertes Verhalten.

Genau aus diesem Grund habe ich Techniken und Tools entwickelt, um Ängste und Sorgen zu verstehen, ihre Ursachen zu erkennen und sie durch konkrete Übungen und Techniken Schritt-für-Schritt zu verändern bzw. zu beseitigen. Und das über einen längeren Zeitraum von mindestens 8 Wochen bis eine neues Verhalten sich sichtbar macht.

Meine Botschaft heute:

Du kannst Angstfrei leben….

*Wenn du weißt, warum du Ängste und Sorgen hast, und warum du zu welchen neigst.

*Wenn du lernst, wie Du selber Deine Ängste in den Griff bekommen kannst.

*Wenn du weißt, welche Faktoren Dich anfälliger für Ängste und Sorgen machen, wie sie ausgelöst und wodurch sie aufrechterhalten werden.

*wenn du wie Du Deine Anfälligkeit reduzierst und Belastungen in Deinem Leben entschärfen kannst.

*wenn du in der Lage bist, Deine Lebensumstände zu verbessern, um Ängsten und Sorgen die Grundlage zu entziehen.

*wenn du es schaffst, Sorgen- und Grübelgedanken stoppen kannst

*wenn du lernst, Dein Gehirn in Richtung Positivität zu verändernd und Dir positive Bewältigungsstrategien anzugewöhnen

*wenn du dir gönnst, neue Lernerfahrungen zu machst und so Deine Ängste zu überschreiben

Meine beste FLOW-Tipps gegen Angst:

  1. Akzeptiere grundsätzlich die Tatsachen, daß „negative Gedanken“ zur Zeit aus deinem Inneren aufkommen können. Denn dies ist Teil unserer menschlichen Natur; sie hat uns schließlich geholfen, im Lauf der Evolution zu überleben und uns weiter zu entwickeln.
  2. Wenn du es vorher noch nicht gemacht hast, fange morgens nach dem Aufstehen an, 3-5 Minuten in ein Journal zu schreiben. Praktisch schreib alles alles, was dir hilft, um positive Gedanken zu produzieren und den Fokus auf die Dinge, die du im Sinne der Eigenverantwortung kontrollieren kannst, zu lenken. SEI DEIN EIGENER BOSS. FRAG DICH „WELCHE VERSION VON MIR SELBST BRAUCHE ICH JETZT?“
  3. Abends: Praktiziere bevor du einschläfst die Dankbarkeitsübung als REFRAME – Übung (man bekommt Inspirationen, um am nächsten Tag sich weiter zu engagieren)
  4. Teile deinen Tag 4 Phasen jeden Tag auf > Pflege eine dynamische innere Haltung („nach vorne schauen“, „zur Seite gehen“, um z.B. Infos zu sammeln)
  5. Atemübung: normal ein- ein- und dann langsam ausatmen (um Streß schnell zu reduzieren, aktiviert den Parasympathikus zu stimulieren)
  6. Achte auf Micro-Recoveries am Tag (um Energie, mental & physisch wieder aufzutanken)
  7. mehr positive Gedanken durch Visualisierungsreisen/positive innere Dialogen:

z.B. „ich habe genügend Ressourcen / kann sie entwickeln, um mit der Krise umzugehen“

Jede Krise verbirgt auch Chancen“

Besser eine Aktion, die nicht sofort zu einem Ergebnis führt als stehen zu bleiben

  • Fokussiere dich auf die Dinge, die du selber postiiv beeinflussen kannst („was mache ich wenn…> X, was mache ich wenn…> Y, …was mache wenn…> Z)
  • Sei Vorbild für andere; denn, wenn du in Panik bist, werden auch andere in Panik verfallen…wenn du zuversichtlich bist, dann werden auch andere zuversichtlich sein.

FAZIT: die Mutigen, sind nicht diejenigen, die keine Angst habe, sondern diejenigen die trotz Angst handeln….

Vielleicht fragst du dich jetzt…

Was kann man noch machen, um mehr darüber zu erfahren?

Marco Giannecchini

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Marco Giannecchini ist ein Arzt, Neurowissenschafts- und Motivationsexperte. Seit über 30 Jahren betätigt er sich als Trainer, Coach und seit 2014 Unternehmer mit seiner FLOW Consciousness Academy.

Seine Ideen, Tipps & Strategien basieren auf neurowissenschaftlichen Studien & Forschungen, aus der Sport- und Ernährungswissenschaft sowie Verhaltens- & Hirnforschung, welche Aufschluss darüber geben, wie man nachhaltige Veränderungen am besten kreiert & Ziele tatsächlich erreicht werden!

Schon früh an der Universität beim Medizinstudium lernte er, mit Niederlagen und Stress umzugehen und sie als Chancen zu nutzen. Diese Stärke, Erfahrung und sein fundiertes Wissen gibt er in Vorträgen und Coachingsessions weiter. Als diplomierter FLOW Coach unterstützt er Manager, Unternehmer, und Sportler dabei, Ihre gesundheitlichen und sportlichen Ziele zu erreichen.