Wer auf einer TED-Konferenz auftritt, muss nicht nur mit Fachwissen glänzen, sondern auch Millionen von Menschen in seinen Bann ziehen. Mehr als drei Milliarden Mal wurden die TED-Beiträge, die öffentlich und kostenlos im Internet zugänglich sind, bereits geklickt. Von daher ist es wohl überflüssig zu erwähnen, dass die Vorträge einer intensiven Vorbereitung bedürfen.

Auf der Bühne plötzlich ein Blackout zu bekommen, zu stammeln oder rot anzulaufen, ist in TED-Konferenzen nahezu unverzeihlich. Doch auch im Arbeitsleben kann eine schlechte Vorbereitung schnell peinlich enden — vor allem dann, wenn viele Leute anwesend sind, die das Malheur live mitbekommen. Doch was tun, damit es nicht zu einer solchen Situation kommt?

Ein FLOW-basiertes Training kann Hilfe verschaffen, um sich optimal vorbereiten und mit solchen Stress-Situation gut umgehen zu können. Hier meine FLOW-Hacks für brillante Vorträge:

FLOW-Hack # 1 > Üben Sie Ihren Vortrag immer unter Druck

Die meisten von Ihnen werden es sicherlich kennen: Man will einen guten Eindruck hinterlassen, man nimmt sich viel Zeit für die Vorbereitung, geht einen Vortrag solange im Kopf durch, bis man ihn quasi in- und auswendig kann. Und dennoch kommt es zu einem Blackout, wenn es dann darauf ankommt. Ihr fragt euch: Was ihr hättet besser machen können, wenn ihr euch doch schon so intensiv vorbereitet habt?

Einen Vortrag lediglich im Kopf durchzugehen oder ihn leise vor sich aufzusagen, reicht schlicht und einfach nicht aus, so Sian Beilock, eine Psychologin der University of California gegenüber dem Onlinemagazin „Inc“. Auch wenn ihr einen Vortrag tausende Male im Kopf durchgeht, werdet ihr nicht damit glänzen können. Wichtig ist stattdessen, unter Stress zu üben. Denn nur dann, wenn ihr euch an den Druck gewöhnt, werdet ihr selbstsicher und vermeidet Versprecher — oder noch schlimmer — Blackouts. Das korreliert mit den Erkenntnissen aus der FLOW-Neurowissenschaft: Stress zu erzeugen bedeutet, sich aus der Komfort Zone zu entfernen und die Herausforderung bei der Ausführung einer bestimmten Aktivität (in diesem Fall die Vortragsübung) zu erhöhen. Das Gehirn belohnt die Bewältigung dieser Aufgabe unter erschwerten Bedingungen mit einer Freisetzung von Endorphinen. Damit verändert sich das Gehirn-Cocktail vom „bitteren Geschmack“, durch das Streßhormon CORTISOL, in einen „süßeren Geschmack“, da Dopamin und Serotonin (unsere „Glücksboten“) dazu kommen. In diesem FLOW-kanal fühlt man sich dadurch im „positiven Stress“. Außerdem trainiert man die Selbstkontrolle in Stress-Situation, so dass wenn man LIVE sich verspricht oder den Faden verliert, wird dieser Zwischenfall vom Gehirn nicht als eine „bedrohliche Situation“ wahrgenommen, da das Gehirn bereits damit konfrontiert worden ist und damit gut umgehen kann.

FLOW – Hack # 2 > Üben Sie Ihren Vortrag mit vielen Zuschauern

Diesen Druck bekommt ihr, indem ihr die Vortragssituation so gut wie möglich nachahmt. Je mehr Zuschauer ihr während eurer Übungen habt, desto besser ist es also. Auf diese Weise könnt ihr euch ebenfalls Feedback einholen — denn nur dann, wenn ihr euren Vortrag so gestaltet, dass er für andere interessant ist, ist er auch gut.

Die TED-Sprecherin und Musikerin Amanda Palmer schwört ebenfalls auf diese Tipps, wie „Inc“ berichtet. Bereits neun Millionen Aufrufe hat ihre Rede — in der sie selbstbewusst und selbstsicher auftritt. Doch diese Sicherheit kommt nicht von allein: Über Monate arbeitete sie an ihrem Vortrag und präsentierte diesen regelmäßig Freunden, Bekannten, Verwandten, aber auch Barkeepern und ihren Sitznachbarn im Flugzeug. Keine Situation ließ sie aus, um zu üben, wie es ist, vor vielen und auch unbekannten Menschen zu sprechen und sich Feedback einzuholen.

Merkte sie, dass ihr Vortrag nicht spannend genug war, schrieb sie ihn entsprechend um — und das immer und immer wieder. Solange, bis die Resonanz ausnahmslos positiv war und sie sich absolut sicher in dem fühlte, was sie tat.

Doch nicht nur TED-Sprecher nutzen diese Methode, um an ihrer Performance zu arbeiten. Auch Arnold Schwarzenegger schwört laut „Inc“ auf Wiederholungen. Denn je mehr ihr übt, desto mehr schwindet die Angst vor großen Auftritten und desto besser beherrscht ihr eure Reden. Auch hier haben wir eine schöne Übereinstimmung mit den Prinzipien der FLOW Neurowissenschaft: FLOW entsteht idealerweise in Situationen, bei denen man ein unmittelbares Feedback von der Umgebung bekommt, welches uns hilft, unsere Leistung schnell und mühelos zu optimieren.

Marco Giannecchini

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